Industriell oder in
Eigenarbeit, ganz egal, unser Drachen wird aus den verschiedensten Materialien
zusammengestellt.
Hier möcht ich eine
kurze Zusammenstellung der im Drachenbau meist verwendeten Materialien
aufzeigen.
Verschiedenste
Drachengewebe werden als Segel / Tuchmaterial angegeben, aber wissen wir, um
was fuer eine Art Material es sich dabei handelt?
Also fangen wir mal
an und versuchen etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
Wohl das
bekannteste Drachenbaumaterial schlechthin. Dieses Naturmaterial ist billig und
kann mit allen Farben bemalt werden.
Drachenpergamin ist etwas teurer als gewöhnliches Packpapier, aber dafür ist es
wesentlich schöner.
Durchscheinend,
glänzend, wird das Papier in kräftigen Farben angeboten.
Papier
kann nur geklebt werden, ist nicht wetterbeständig und auch nicht sehr reißfest,
insbesondere wenn es feucht wird.
Das aus Polyaethylen bestehende Tyvek ist
ebenfalls ein günstiges Baumaterial. Um seiner Fantasie freien lauf zu lassen, kann man dieses Material mit Stofffarben oder
Lacke bemalen. Dieses extrem wetter- und reißfeste Material kann man kleben und
auch vernähen.
Das
klassischste Gewebe für Drachen und auch das teuerste, ist Spinnaker. Bei
diesem Gewebe handelt es sich um verschweißtes Nylongewebe, welches man eigentlich nicht bemalen oder einfärben
kann.
Das
feuchtigkeitsempfindlichere einseitig verschweißte Spinnaker kann auf der
unverschweißten Seite mit Stofffarben bemalt werden.
In einer
riesengroßen Farbpalette wird dieses Material angeboten, sodass man seine
Kreativität ungezwungen ausleben kann.
Spinnaker
ist leicht und extrem wetter- und reißfest. Da es nicht geklebt werden kann,
kann man Spinnaker nur vernähen.
Strapazierfähige,
recht billige Folie, die beim Bau von beispielsweise preiswerten Drachen aus
der Spielwarenabteilung Verwendung findet.
Dieses
Material kann nicht zum Eigenbau von Drachen empfohlen werden.
Leichtes, reißfestes
Material, sehr UV - beständiges mit elastischer Eigenschaft. Durch die sehr
geringe Wasseraufnahme und der Eigenschaft, dass sich Polyester bei
Feuchtigkeit nicht dehnt (Festigkeit nasser Fasern: 95 – 100 %) findet dieses
Material auch im Drachenbau Anwendung.
Polyester
kann man nähen oder schweißen.
Polyamid
ist ein vollsynthetischer Faserstoff. Zu den wohl bekanntesten gehören wohl
Perlon und Nylon.
Sehr strapazierfähiges,
reißfestes Material mit langer Haltbarkeit.
Polyamid
ist nicht sehr UV – beständig.
Es besteht
die Möglichkeit das Material zu schweißen. Es sollte aber genäht werden.
Vollsynthetischer
Faserstoff mit geringerer Zugfestigkeit. Bietet allerdings eine höhere Reißdehnung,
hohen Schmelzpunkt und eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme.
Leichtes,
reißfestes Material
Durch das
einarbeiten von stärkeren Fäden wird ein eventuell auftretender Riss vorerst
gestoppt.
Die Kästchenstruktur
ist für dieses Material typisch.
Aber ein Drachen
besteht nicht nur aus dem Gewebe, mit dem er bespannt wird. Zur Versteifung benötigt
man verschiedene Materialien, die auch meist zusammengenäht werden.
Also, was benötigt
man noch?
Extrem
haltbarer Stoff, der meist für Verstärkungen an Kielen und Stabtaschen, also an
stark beanspruchten Stellen, Verwendung findet.
Ideales
Material für stark beanspruchte Stellen, wie Schlaufen und Kanten.
Es findet
ebenfalls in der Industrie Verwendung (Automobilbau).
Wie
bereits erwähnt verändert sich Polyester bei Feuchtigkeit nicht, sodass keine
Beschädigungen auftreten, wenn der Drachen mal feucht wird.
Verwendet
man zum Beispiel Baumwolle als Nahtstoff, schrumpft dieses Material je nach
Luftfeuchtigkeit und es können Löcher durch die Bewegung des Garns im Material
entstehen.
Um dem Drachen die
richtige Form und Stabilität zu geben,
benötigen die meisten Drachen ein Gestänge.
Der
absolute Klassiker unter dem Gestängematerial. Es kommt in der Natur vor und
wer diese Pflanze am Gartenteich oder am nahe gelegenen Angelgewässer zu finden
weiß, der braucht nicht mal was dafür zu bezahlen.
Ein sehr günstiges
Baumaterial also.
Bambusrohre
sind, durch die zahllosen Luftkammern, die den Stab durchziehen leicht und
bieten zudem noch eine relativ hohe Biegsamkeit.
Weiterhin
ist es sehr beständig gegen Feuchtigkeit.
Bambus
wird als ganzes oder gespaltenes Rohr verwendet. Die regelmäßigen Verdickungen
innerhalb der Stange muss man berücksichtigen.
Raminholz
ist meist leichte und preiswerte Stangenware. Dieses Holz kann man recht hoch
durch seine langen fasern belasten. Da es sich um Holz handelt, hat Raminholz
bei feuchter Witterung oder Kontakt mit Wasser den Nachteil, dass es quillt.
Diese
Eigenschaft sollte man daher beachten, wenn man einzelne Stangen mit Verbindern zusammengesteckt hat. Sollte durch
beispielsweise einen Regenguß das Holz gequollen
sein, hilft nur abwarten, bis das Holz getrocknet ist.
Ein
erheblich schwereres und teureres Material, welches als Vollstäbe oder Rohr erhältlich
ist. Extrem Belastbar ist es doch sehr gut zu verarbeiten.
GFK –
Stangen können problemlos zu einem Ring
gebogen werden.
Bei
eventuellen Sägearbeiten sollte man eine Schutzmaske tragen, da der Sägestaub
sehr gesundheitsschädlich ist. Schutzhandschuh sind
ebenfalls sehr empfehlenswert, da kleinste Glasfasersplitter Hautreizungen
verursachen.
Längs und
quer in Epoxitharz gelegte Glasfasern. Es ist
erheblich leichter, jedoch auch teurer als GFK. Extreme Belastbarkeit und gut
Verarbeitungseigenschaften zeichnen dieses Material aus.
Verwendung
finden diese Rohre dort, wo feste und starre Konstruktionen dem Wind
entgegengesetzt werden sollen, da sich Epoxitrohre
steif gegen Verbiegung verhalten.
Auch hier
sollte man bei der Verarbeitung nicht auf Schutzkleidung verzichten.
Zu den
leichtesten und belastbarsten Materialien im Drachenbau gehört Kohlefaser.
Verwendung findet es oft bei guten Hochleistungsdrachen.
Kohlefaserrohre
oder – Vollstäbe sind teurer als GFK und Epoxit. Die
Kohlefasern werden längs gezogen oder noch teurer gewickelt angeboten. Der
Querschnitt dieses Materials variiert. Es gibt Stangen mit ovalem Querschnitt
oder solche, die sich zum Ende hin verjüngen. Meist allerdings findet man einen
runden Querschnitt vor.
So, nun sind wir bei
den Schüren / Leinen angelangt, ohne die unser Dachen nicht den Kontakt zu Erde
bzw. zu uns hätte.
Verwendet werden die
verschiedensten Arten von Schnüren als Waage oder als Drachenleine. Hierbei
unterscheidet man zwischen monofilen, gedrehten und
geflochtenen Leinen.
monofile Schur – einfädig (Angelsehne)
Im Lenkdachensport allerdings nicht ratsam, da diese Schnur
sehr dehnfähig ist und Lenkbefehle zum Drachen nicht durchkommen würden.
Außerdem müsste eine solche Schnur sehr dick sein, um die
Zugkraft des Drachens abzufangen.
Für das
Lenkdrachenfliegen eignen sich geflochtene Leinen.
Beim Kauf
von Lenkleinen sollte man auf die Angaben des Herstellers achten beispielsweise
die Herstellerinformation über die Bruchlast (ohne Knoten) der ausgewählten
Leine.
Diese
Angaben werden meist in kp (Kilopond)
gemacht.
geflochtene Schnur
- Polyamid (PA), Polypropylen
(PP) und Polyethylen (PE)
Die Leinen
aus den vorgenannten Materialien eignen sich zum Drachensteigen, aber nicht zum
Lenkdrachenfliegen. Durch den großen Querschnitt und die raue Oberfläche sind
diese Leinen ungeeignet für das ungetrübte Lenkdrachenvergnügen.
Leinen aus
Polyester bezeichnet man im Handel auch als Dacron.
Durch engen
verflechten feinster Polyesterfasern ist diese Leinenart stärker belastbar als
die Schnüre aus PA, PP oder PE.
Diese Schnüre
sind recht preiswert.
Durch das
Erhitzen der Fasern mit einer Flamme, werden diese miteinander verschmolzen,
sodass die Schnur sich nicht auflösen kann.
Aramidfaser (Kohlefaser) kommen bei der Herstellung dieser Leinenart zu Einsatz. Kevlarschnüre sind kaum dehnbar, extrem reißfest, wohl aber
auch etwas teurer.
Dieser
Vorteil kommt beim Lenkdrachenfliegen zu tragen. Durch ihre Eigenschaften können
diese Schnüre allerdings ein hohes Verletzungsrisiko für Mensch und Tier
bieten.
Durch den
hohen Schmelzpunkt dieser Leinen, werden sie bei Berührung (verdrehen der
Leinen) durch die entstehende Wärme nicht beschädigt.
Dieses
Material unterliegt allerdings großem Abrieb, sodass sich die Bruchlast der
Schnur bei starker Beanspruchung minimiert.
Kevlar
ist leider nicht UV – beständig, daher sollte diese Schnur nicht unnötig der
Sonnen ausgesetzt werden.
Weiterhin
sollte man bei der Verwendung von Kevlarschnüren
darauf achten, dass diese Schnur nicht geknotet werden darf.
- Dyneema (DSM) / Spectra
(ACI)
Nicht nur
meiner Meinung nach haben diese Leinen die besten Eigenschaften um beim
Lenkdrachenfliegen, weshalb sie auch häufig Verwendung finden.
Die
Eigenschaften sind mit deren Kevlar vergleichbar.
Unterschiede gibt es dennoch im Schmelzpunkt, der geringer ist, und der
Unempfindlichkeit gegenüber UV – Strahlung.
Durch die
Glätte des Materials entsteht beim Kreuzen nur eine geringe Wärmentwicklung,
sodass der niedrigere Schmelzpunkt keinen Nachteil darstellt.
Auch diese
Leinen sollten nicht direkt geknotet werden. Verwendung hierbei findet eine so genannte
Mantelschnur, die das knoten ermöglicht.
Es werden
allerdings verstärkt auch Mischleinen im Handel angeboten. Diese bestehen aus
einer Mischung von PES (Polyester) und HPPE (High Performance
Polyethylen[findet auch Verwendung zur Herstellung von Schusswesten]). Durch
diese Leinen wird die Lücke zwischen den Dyneema- / Spectraleinen und den Polyesterleinen geschlossen. Der
Vorteil dieser Leinenart ist wohl das unproblematische Knotenbinden. Allerdings
ist der Querschnitt, das Eigengewicht und die Dehnbarkeit höher als die der
reinen Dyneema- / Spectraleinen
aber geringer die der Polyesterleinen.
Diese
Mischleinen sind wohl eine sehr gute Alternative, auch im Preisvergleich mit
den Dyneema- / Spectraleinen.