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Industriell oder in Eigenarbeit, ganz egal, unser Drachen wird aus den verschiedensten Materialien zusammengestellt

Industriell oder in Eigenarbeit, ganz egal, unser Drachen wird aus den verschiedensten Materialien zusammengestellt.

Hier möcht ich eine kurze Zusammenstellung der im Drachenbau meist verwendeten Materialien aufzeigen.

 

Verschiedenste Drachengewebe werden als Segel / Tuchmaterial angegeben, aber wissen wir, um was fuer eine Art Material es sich dabei handelt?

 

Also fangen wir mal an und versuchen etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

 

  • Papier

 

Wohl das bekannteste Drachenbaumaterial schlechthin. Dieses Naturmaterial ist billig und kann mit allen Farben bemalt werden.

Drachenpergamin ist etwas teurer als gewöhnliches Packpapier, aber dafür ist es wesentlich schöner.

Durchscheinend, glänzend, wird das Papier in kräftigen Farben angeboten.

Papier kann nur geklebt werden, ist nicht wetterbeständig und auch nicht sehr reißfest, insbesondere wenn es feucht wird.

 

  • Tyvek

 

Das aus Polyaethylen bestehende Tyvek ist ebenfalls ein günstiges Baumaterial. Um seiner Fantasie freien lauf zu lassen, kann man dieses Material mit Stofffarben oder Lacke bemalen. Dieses extrem wetter- und reißfeste Material kann man kleben und auch vernähen.

 

  • Spinnaker

 

Das klassischste Gewebe für Drachen und auch das teuerste, ist Spinnaker. Bei diesem Gewebe handelt es sich um verschweißtes Nylongewebe, welches man eigentlich nicht bemalen oder einfärben kann.

Das feuchtigkeitsempfindlichere einseitig verschweißte Spinnaker kann auf der unverschweißten Seite mit Stofffarben bemalt werden.

In einer riesengroßen Farbpalette wird dieses Material angeboten, sodass man seine Kreativität ungezwungen ausleben kann.

Spinnaker ist leicht und extrem wetter- und reißfest. Da es nicht geklebt werden kann, kann man Spinnaker nur vernähen.

 

  • Mylar

 

Strapazierfähige, recht billige Folie, die beim Bau von beispielsweise preiswerten Drachen aus der Spielwarenabteilung Verwendung findet.

Dieses Material kann nicht zum Eigenbau von Drachen empfohlen werden.

 

  • Polyester (PES)

 

Leichtes, reißfestes Material, sehr UV - beständiges mit elastischer Eigenschaft. Durch die sehr geringe Wasseraufnahme und der Eigenschaft, dass sich Polyester bei Feuchtigkeit nicht dehnt (Festigkeit nasser Fasern: 95 – 100 %) findet dieses Material auch im Drachenbau Anwendung.

Polyester kann man nähen oder schweißen.

 

  • Polyamid (PA)

 

Polyamid ist ein vollsynthetischer Faserstoff. Zu den wohl bekanntesten gehören wohl Perlon und Nylon.

Sehr strapazierfähiges, reißfestes Material mit langer Haltbarkeit.

Polyamid ist nicht sehr UV – beständig.

Es besteht die Möglichkeit das Material zu schweißen. Es sollte aber genäht werden.

 

  • Nylon

 

Vollsynthetischer Faserstoff mit geringerer Zugfestigkeit. Bietet allerdings eine höhere Reißdehnung, hohen Schmelzpunkt und eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme.

 

  • Ripstop

 

Leichtes, reißfestes Material

Durch das einarbeiten von stärkeren Fäden wird ein eventuell auftretender Riss vorerst gestoppt.

Die Kästchenstruktur ist für dieses Material typisch.

 

Aber ein Drachen besteht nicht nur aus dem Gewebe, mit dem er bespannt wird. Zur Versteifung benötigt man verschiedene Materialien, die auch meist zusammengenäht werden.

Also, was benötigt man noch?

 

  • Dacron

 

Extrem haltbarer Stoff, der meist für Verstärkungen an Kielen und Stabtaschen, also an stark beanspruchten Stellen, Verwendung findet.

 

  • Gurtband

 

Ideales Material für stark beanspruchte Stellen, wie Schlaufen und Kanten.

Es findet ebenfalls in der Industrie Verwendung (Automobilbau).

 

  • Polyestergarn

 

Wie bereits erwähnt verändert sich Polyester bei Feuchtigkeit nicht, sodass keine Beschädigungen auftreten, wenn der Drachen mal feucht wird.

Verwendet man zum Beispiel Baumwolle als Nahtstoff, schrumpft dieses Material je nach Luftfeuchtigkeit und es können Löcher durch die Bewegung des Garns im Material entstehen.

 

Um dem Drachen die richtige Form und Stabilität  zu geben, benötigen die meisten Drachen ein Gestänge.

 

  • Bambus

 

Der absolute Klassiker unter dem Gestängematerial. Es kommt in der Natur vor und wer diese Pflanze am Gartenteich oder am nahe gelegenen Angelgewässer zu finden weiß, der braucht nicht mal was dafür zu bezahlen.

Ein sehr günstiges Baumaterial also.

Bambusrohre sind, durch die zahllosen Luftkammern, die den Stab durchziehen leicht und bieten zudem noch eine relativ hohe Biegsamkeit.

Weiterhin ist es sehr beständig gegen Feuchtigkeit.

Bambus wird als ganzes oder gespaltenes Rohr verwendet. Die regelmäßigen Verdickungen innerhalb der Stange muss man berücksichtigen.

 

  • Ramin

 

Raminholz ist meist leichte und preiswerte Stangenware. Dieses Holz kann man recht hoch durch seine langen fasern belasten. Da es sich um Holz handelt, hat Raminholz bei feuchter Witterung oder Kontakt mit Wasser den Nachteil, dass es quillt.

Diese Eigenschaft sollte man daher beachten, wenn man einzelne Stangen mit Verbindern zusammengesteckt hat. Sollte durch beispielsweise einen Regenguß das Holz gequollen sein, hilft nur abwarten, bis das Holz getrocknet ist.

 

  • Glasfaser (GFK)

 

Ein erheblich schwereres und teureres Material, welches als Vollstäbe oder Rohr erhältlich ist. Extrem Belastbar ist es doch sehr gut zu verarbeiten.

GFK – Stangen können problemlos zu  einem Ring gebogen werden.

 

Bei eventuellen Sägearbeiten sollte man eine Schutzmaske tragen, da der Sägestaub sehr gesundheitsschädlich ist. Schutzhandschuh sind ebenfalls sehr empfehlenswert, da kleinste Glasfasersplitter Hautreizungen verursachen.

 

  • Epoxit / Glasfilament

 

Längs und quer in Epoxitharz gelegte Glasfasern. Es ist erheblich leichter, jedoch auch teurer als GFK. Extreme Belastbarkeit und gut Verarbeitungseigenschaften zeichnen dieses Material aus.

Verwendung finden diese Rohre dort, wo feste und starre Konstruktionen dem Wind entgegengesetzt werden sollen, da sich Epoxitrohre steif gegen Verbiegung verhalten.

 

Auch hier sollte man bei der Verarbeitung nicht auf Schutzkleidung verzichten.

 

  • Kohlefaser

 

Zu den leichtesten und belastbarsten Materialien im Drachenbau gehört Kohlefaser. Verwendung findet es oft bei guten Hochleistungsdrachen.

Kohlefaserrohre oder – Vollstäbe sind teurer als GFK und Epoxit. Die Kohlefasern werden längs gezogen oder noch teurer gewickelt angeboten. Der Querschnitt dieses Materials variiert. Es gibt Stangen mit ovalem Querschnitt oder solche, die sich zum Ende hin verjüngen. Meist allerdings findet man einen runden Querschnitt vor.

 

So, nun sind wir bei den Schüren / Leinen angelangt, ohne die unser Dachen nicht den Kontakt zu Erde bzw. zu uns hätte.

Verwendet werden die verschiedensten Arten von Schnüren als Waage oder als Drachenleine. Hierbei unterscheidet man zwischen monofilen, gedrehten und geflochtenen Leinen.

 

monofile Schur – einfädig (Angelsehne)

 

Im Lenkdachensport allerdings nicht ratsam, da diese Schnur sehr dehnfähig ist und Lenkbefehle zum Drachen nicht durchkommen würden.

Außerdem müsste eine solche Schnur sehr dick sein, um die Zugkraft des Drachens abzufangen.

 

Für das Lenkdrachenfliegen eignen sich geflochtene Leinen.

Beim Kauf von Lenkleinen sollte man auf die Angaben des Herstellers achten beispielsweise die Herstellerinformation über die Bruchlast (ohne Knoten) der ausgewählten Leine.

Diese Angaben werden meist in kp (Kilopond) gemacht.

 

            geflochtene Schnur

 

  • Polyamid (PA), Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE)

 

Die Leinen aus den vorgenannten Materialien eignen sich zum Drachensteigen, aber nicht zum Lenkdrachenfliegen. Durch den großen Querschnitt und die raue Oberfläche sind diese Leinen ungeeignet für das ungetrübte Lenkdrachenvergnügen.

 

  • Polyester (PES)

 

Leinen aus Polyester bezeichnet man im Handel auch als Dacron.

Durch engen verflechten feinster Polyesterfasern ist diese Leinenart stärker belastbar als die Schnüre aus PA, PP oder PE.

Diese Schnüre sind recht preiswert.

Durch das Erhitzen der Fasern mit einer Flamme, werden diese miteinander verschmolzen, sodass die Schnur sich nicht auflösen kann.

 

  • Kevlar / Twaron

 

Aramidfaser (Kohlefaser) kommen bei der Herstellung dieser Leinenart zu Einsatz. Kevlarschnüre sind kaum dehnbar, extrem reißfest, wohl aber auch etwas teurer.

Dieser Vorteil kommt beim Lenkdrachenfliegen zu tragen. Durch ihre Eigenschaften können diese Schnüre allerdings ein hohes Verletzungsrisiko für Mensch und Tier bieten.

 

Durch den hohen Schmelzpunkt dieser Leinen, werden sie bei Berührung (verdrehen der Leinen) durch die entstehende Wärme nicht beschädigt.

Dieses Material unterliegt allerdings großem Abrieb, sodass sich die Bruchlast der Schnur bei starker Beanspruchung minimiert.

Kevlar ist leider nicht UV – beständig, daher sollte diese Schnur nicht unnötig der Sonnen ausgesetzt werden.

Weiterhin sollte man bei der Verwendung von Kevlarschnüren darauf achten, dass diese Schnur nicht geknotet werden darf.

 

  • Dyneema (DSM) / Spectra (ACI)

 

Nicht nur meiner Meinung nach haben diese Leinen die besten Eigenschaften um beim Lenkdrachenfliegen, weshalb sie auch häufig Verwendung finden.

Die Eigenschaften sind mit deren Kevlar vergleichbar. Unterschiede gibt es dennoch im Schmelzpunkt, der geringer ist, und der Unempfindlichkeit gegenüber UV – Strahlung.

Durch die Glätte des Materials entsteht beim Kreuzen nur eine geringe Wärmentwicklung, sodass der niedrigere Schmelzpunkt keinen Nachteil darstellt.

Auch diese Leinen sollten nicht direkt geknotet werden. Verwendung hierbei findet eine so genannte Mantelschnur, die das knoten ermöglicht.

 

  • Mischleine

 

Es werden allerdings verstärkt auch Mischleinen im Handel angeboten. Diese bestehen aus einer Mischung von PES (Polyester) und HPPE (High Performance Polyethylen[findet auch Verwendung zur Herstellung von Schusswesten]). Durch diese Leinen wird die Lücke zwischen den Dyneema- / Spectraleinen und den Polyesterleinen geschlossen. Der Vorteil dieser Leinenart ist wohl das unproblematische Knotenbinden. Allerdings ist der Querschnitt, das Eigengewicht und die Dehnbarkeit höher als die der reinen Dyneema- / Spectraleinen aber geringer die der Polyesterleinen.

 

Diese Mischleinen sind wohl eine sehr gute Alternative, auch im Preisvergleich mit den Dyneema- / Spectraleinen.

 

 

 

 

 

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